Da stellt sich erstmal die Frage, was sind die Probleme?
Die sind schnell beschrieben.
Wir haben ein Gesichtsbogenregistrat und dennoch stehen die Modelle schief im Artikulator?
Oder im Artikulator sieht die Einprobe gerade aus und im Mund ist sie schief?
Wie häufig erhalten wir als Zahntechniker eine Angabe für die Bisshöhe, z.B. bei einer Aufbissschiene? Oder wie definieren wir bei einer komplexen Zahnversorgung, bei der beide Zahnreihen komplett erneuert werden die ideale Okklusionsebene? Wie lang sollen die oberen Frontzähne gestaltet werden? Wie bekommen wir ästhetische und funktionelle Parameter sicher am Patienten abgegriffen und dann eins zu eins in den analogen oder digitalen Artikulator.
Fragen über Fragen.
Die Folgen sind häufig nervige Umarbeitungen, zweite Einproben usw.
Jede Arbeit, die wir zweimal fertigen müssen, ist unwirtschaftlich, also ein Verlustgeschäft.
Viel Aufwand ohne Nutzen. Das ist ärgerlich.
Also braucht es Lösungen.
Der neue therafaceline® Carbon Gesichtsbogen ist dieser Problemlöser.
Durch die innovative Carbon Bauweise ist er extrem leicht, was für die Anwendung schon mal ein echter Vorteil ist. Zudem ist er ein echter Hingucker. Das System besteht aus dem Gesichtsbogen, einem Übertragungsstand und einem Ebenentisch.
Um Ebenen am Patienten abgreifen zu können braucht es etwas mehr als nur einen klassischen Gesichtsbogen. Es braucht individuelle Einstellmöglichkeiten. Genau hier besteht der Vorteil von therafaceline®.
Der Gesichtsbogen kann am Patienten zur Bipupillarlinie ausgerichtet werden. Eine aufsteckbare Brille visualisiert dem Anwender die Bipupillarlinie. Die beiden Ohroliven sind stufenlos höhenverstellbar. Damit kann der Gesichtsbogen exakt zur Bipupillarlinie ausgerichtet werden. Gleiches gilt für die Camper´sche Ebene.
Schauen wir uns kurz die aktuelle Definition der zentrischen Relation an.
„Kranioventrale, nicht seitenverschobene Position beider Kondylen bei physiologischer Kondylus-Diskus-Relation und hysiologischer Belastung der beteiligten Gewebe. Völlig unabhängig von der Okklusion des Patienten!
Abhängig vom neuromuskulären Grundtonus!
Jedwede Manipulation führt zu Abweichungen!“
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik in der DGZMK 1994
Doch viele Zahnmediziner und Zahntechniker haben ein gespaltenes Verhältnis zum Stützstiftregistrat. Die Anwendung wird häufig als kompliziert empfunden. Dabei wird das intraorale Stützstiftregistrat im Rahmen von Sachverständigengutachten zur Beurteilung der Okklusion standardmäßig angewendet und wird von erfahrenen Sachverständigen als einzige objektivierbare Methode zur Beurteilung der okklusalen Verhältnisse anerkannt.
Daher lohnt es sich vielleicht das gute alte Stützstiftregistrat sich doch mal etwas genauer anzuschauen. In meinen Seminaren frage ich immer, wer noch ein Stützstiftregistrat anwendet und in welchen Bereichen. Ca. 30 % aller Teilnehmer nutzen es noch in der Totalprothetik. In anderen Indikationsbereichen findet es kaum Anwendung.
Der häufigste Grund, warum es nicht benutzt wird, ist die Schwierigkeit bei der Auswertung / Interpretation des Pfeilwinkels und der damit verbundenen Herausforderung, wo sich denn nun die Zentrik auf dem Pfeilwinkel befindet.
Das klassische Pfeilwinkelregistrat ist leider nur zweidimensional, es werden nur die sagitalen und transversalen Unterkieferbewegungen aufgezeichnet. Das Kiefergelenk ist jedoch dreidimensional. Die dritte Dimension ist also die Vertikale.
Ohne die Erfassung der vertikalen Unterkieferbewegungen ist die Auswertung des Pfeilwinkels schwierig. Die Festlegung der zentrischen Position ist damit von der Erfahrung des Anwenders abhängig und damit willkürlich. Zudem ist bei einer klassischen Stützstiftregistrierung der Pfeilwinkel sehr klein, was die genaue Positionierung zusätzlich erschwert.
Denn welche Position auf dem Pfeilwinkel ist denn nun die gewünschte zentrische? In dem Moment, wo dem klassischen Pfeilwinkelregistrat die dritte Dimension hinzugefügt wird, ist es einfach möglich die gewünschte zentrische Position zu bestimmen.
Lösungsweg:
Genau dieses dreidimensionale Pfeilwinkelregistrat gibt es seit vielen Jahren.
Vielleicht kennen Sie bereits das Centric Guide® 3D System. Das System ist digital und stützstiftbasiert.
Für eine Centric Guide® Registrierung werden entsprechende Registrierschablonen gefertigt. Diese dienen als Trägermedium für den Stützstift und den 3D Sensor.
Der 3D Sensor verfügt über vier intraorale Sensoren. Ein Sensor erfasst die sagitalen Bewegungen, der zweite die transversalen Bewegungen und zwei weitere die vertikalen Bewegungen für den linken und rechten Kondylus. Dank dieser vertikalen Sensoren ist es möglich, die gewünschte zentrische Position beider Kondylen eindeutig zu visualisieren und sofort in eine zentrische Bissnahme zu überführen.
Die Patienten führen die gleichen Bewegungen wie bei einem klassischen Stützstiftregistrat durch.
Wird nun der Unterkiefer nach vorn bewegt, gleiten die beiden Kondylen an der Gelenkbahn nach vorn unten. Die vertikalen Sensoren werden in der anterioren Position nur wenig belastet. Wird der Unterkiefer nach hinten bewegt, gelangen beide Kondylen in den höchsten Bereich der beiden Fossae. In dieser Position werden die beiden vertikalen Sensoren am stärksten belastet. Dieses Prinzip ist auch als Christensensches Phänomen bekannt. Hat ein Patient zwei Wachswälle im Mund und schiebt den Unterkiefer nach anterior, dann klaffen diese beiden Wachswälle im hinteren Seitenzahnbereich.
In diesem kurzen Video können Sie sehen, wie die Uk Bewegungen in Echtzeit in der Centric Software dargestellt werden. Der zentrische Bereich wird grün dargestellt.
In der Centric Software werden die Unterkieferbewegungen in Echtzeit visualisiert. Bei einer starken Belastung der Sensoren ist der Sensorwert hoch, bei einer geringen Belastung ist der Sensorwert entsprechend gering.
Dank des Stützstifts ist die Okklusion entkoppelt, unsere Patienten können den Unterkiefer also frei bewegen. Durch die beiden vertikalen Sensoren kann der höchste Bereich der beiden Fossae eindeutig dargestellt werden. Die anderen beiden Sensoren erfassen alle horizontalen Bewegungen. Damit wird in der Centric Software neben dem klassischen Pfeilwinkel auch der zentrische Bereich für den Anwender eindeutig visualisiert.
Damit sehen die Anwender genau, wann sich der Unterkiefer in zentrischer Relation befindet. Diese zentrische Relation kann sofort in eine analoge oder digitale Bissnahme überführt werden. Mit einem Luftkissen kann der 3D Sensor in dieser zentrischen Position im Mund des Patienten geblockt werden. Damit verbleibt ihr Patient in der gewünschten zentrischen Position. Die zentrische Bissnahme kann nun analog mittels Bisssilikon oder digital mittels eines Mundscanners durchgeführt werden.
Die sonst als schwierig empfundene Auswertung / Interpretation des Pfeilwinkels ist damit nicht mehr notwendig. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Registrierschablonen dadurch nur einmal in den Mund eingesetzt werden. Bei einem klassischen Stützstiftregistrat müssen die Schablonen wieder aus dem Mund entfernt werden, das Pfeilwinkelregistrat muss ausgewertet werden, der mögliche zentrische Bereich definiert werden, um dann die Schablonen wieder in den Mund einzusetzen und den Patienten in dieser Position zubeißen zu lassen.
Hier wird schon beim Lesen klar, wie viel einfacher, schneller und sicherer eine Centric Guide® Registrierung ist. Die Sensoren bleiben auch während der Bissnahme weiter aktiv. Damit haben die Anwender bis zum Aushärten des Bisssilikons die visuelle Kontrolle, dass sich der Unterkiefer auch weiter wirklich in zentrischer Relation befindet.
Neben der Zentrik werden mit dem System zudem noch die sagitale Gelenkbahnneigung und die Bennettwinkel erfasst. Damit ist Centric Guide® 3D das einzige System, mit dem eine intraorale digitale Bissnahme inkl. einer Achsiografie möglich ist.
Fazit:
Das System kann im voll-, teil- und unbezahnten Kausystem für die Bisserfassung genutzt werden. Die Ergebnisse sind reproduzierbar und können einfach in den analogen oder digitalen Workflow implementiert werden. Damit gibt es keinen Grund mehr, sich über bissbedingte Nacharbeiten zu ärgern. Das klingt zu schön, um wahr zu sein?
Sie haben noch die eine oder andere Frage zu Centric Guide® 3D?
Erleben Sie Centric Guide® 3D einfach live in einem unserer Beginnerworkshops. In diesen Workshops erleben Sie unsere Systeme einmal als Proband und einmal als Anwender. Eine überaus authentische Möglichkeit das erste 3D Stützstiftregistrierverfahren kennenzulernen. Natürlich erhalten Sie auch viele wertvolle Hinweise für die erfolgreiche Implementierung in Ihren Praxis- und Laboralltag.
Alle Termine finden Sie hier.
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